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Staatsministerin Petra Köpping: »Angebote zum Abbau von Antisemitismus erweitern«


(Dresden, den 11. Oktober) In Sachsen nimmt die Zahl antisemitischer Straftaten kontinuierlich zu. Im vergangenen Jahr wurde 136 Straftaten registriert, das waren 33 Taten mehr als 2017 und rund 50 mehr als noch in 2016. Auch die Ergebnisse des Sachsen-Monitors 2018 zeigen, dass antisemitische Vorurteile und Ressentiments in der Mitte der Gesellschaft zu finden sind. 21 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, das Juden versuchen heute Vorteile daraus zu ziehen, dass sie während der Nazi-Zeit die Opfer gewesen waren.

Um gegen die offensichtlich vorhandenen Leerstellen im Bereich gesamtgesellschaftlicher Sensibilisierung-, Qualifizierungs-und Bildungsmaßnahmen vorzugehen, veröffentlichte der Geschäftsbereich der Sächsischen Staatsministerin für Gleichstellung und Integration bereits Mitte April 2019 eine Förderbekanntmachung zur Unterstützung von Projekten zum Abbau von Antisemitismus mit Mitteln aus dem Bundesprogramm »Demokratie leben!«. Für die Projekte standen 150.000 Euro zur Verfügung und bereits nach 3 Monaten waren 75 Prozent der Mittel in Maßnahmen gebunden, aktuell ist die Förderrichtlinie sogar überzeichnet. Vor dem Hintergrund des antisemitischen Terrors in Halle bemüht sich Staatsministerin Petra Köpping um eine Aufstockung der Mittel.

Staatsministerin Petra Köpping: »Wir beobachten mit unserem Demokratie-Zentrum Sachsen mit großer Aufmerksamkeit die aktuellen Entwicklungen im Bereich Antisemitismus und stellen mit Sorge eine Zunahme von Feindschaften gegen Jüdinnen und Juden fest. Deshalb ist es mir ein besonderes Anliegen, spezifische Unterstützungs-und Beratungsleistungen für Betroffene weiter zu entwickeln und zu verstetigen sowie präventive Angebote zum Abbau von Antisemitismus zu ermöglichen. Wir werden uns weiter dafür einsetzen, die demokratischen Strukturen und das Engagement für Demokratie im Freistaat zu stärken. Ich erwarte auch von der möglichen künftigen Regierungskoalition in Sachsen, dass sie dieses Thema ganz oben auf ihre Agenda setzt. Denn für mich ist dies ein entscheidendes Zukunftsthema, bei dem wir alle mitnehmen müssen, die Bürgerinnen und Bürger, aber auch die Politikerinnen und Politiker auf Kommunal-und Landkreisebene. Wir brauchen verstetigte, zuverlässige Maßnahmen, um den Schutz von Jüdinnen und Juden in Sachsen sicherzustellen und auch diejenigen zu schützen, die sich für die Demokratie in unserem Freistaat einsetzen. Die schrecklichen Ereignisse in Halle, die mich unendlich traurig machen, mahnen uns, wachsam zu sein und unsere Bemühungen zur Stärkung der Demokratie zu intensivieren. Mein ganzes Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Angehörigen.«

Zu den aktuell geförderten Maßnahmen gehören u.a. mehrere Projekte der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Annaberg-Buchholz sowie ein Netzwerktreffen gegen Antisemitismus in Sachsen, welches im Rahmen der Bildungs-und Aktionswochen gegen Antisemitismus unter der Schirmherrschaft des Beauftragten der Sächsischen Staatsregierung für das Jüdische Leben und gegen Antisemitismus, Herrn Dr. Thomas Feist stattfindet und von der Amadeu Antonio Stiftung in Kooperation mit dem Anne Frank Zentrum durchgeführt wird. Die Ergebnisse des Netzwerktreffens sollen die Grundlage für ein »Lagebild Antisemitismus Sachsen« bilden. Das Demokratie-Zentrum Sachsen wird sich auf der Veranstaltung mit seinen umfangreichen Angeboten vorstellen.


Hintergrund:
Das Demokratie-Zentrum Sachsen ist Teil des Bundesprogramms »Demokratie leben!« des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das ein vielfältiges, gewaltfreies und demokratisches Miteinander fördert. Das Demokratie-Zentrum vereint staatliche und nicht-staatliche Akteure, die sich für die Stärkung der Demokratie und gegen extremistische und menschenfeindliche Bewegungen im Freistaat Sachsen engagieren, unter einem Dach.

 

Pressemitteilung des Sächsischen Staatsministerin für Gleichstellung und Integration vom 11.10.2019.

Seit mittlerweile über zwei Jahre unterstützt die Koordinierungs- und Beratungsstelle Radikalisierungsprävention (KORA) als Teil der Demokratie-Zentrums Sachsen im Geschäftsbereich der Sächsischen Staatsministerin für Gleichstellung und Integration den Kampf gegen islamistische Radikalisierung sowie Islam- und Muslimfeindlichkeit. Das Tagungsformat KORA-Forum geht in diesem Jahr bereits in die dritte Runde und dient als Plattform für fachlichen Austausch und bietet Gelegenheit zum Netzwerken. Der Fokus des dritten KORA-Forums liegt auf den Gefahren der Wechselwirkung von islamistischem Extremismus und muslimfeindlicher Ideologie.

Die Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping wird an der Podiumsdiskussion »Polarisierung überwinden. Nur wie?« mit Maik Fielitz, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg, Monika Klose, Islamische Religionspädagogin, Soziale Dienste Jugendhilfe gGmbH sowie Franziska Schreiber, ehemalige Politikerin und Moderatorin teilnehmen und mit den Anwesenden Gästen diskutieren. Es haben sich über 100 Interessierte angemeldet.

Akteure aus dem islamistischen und islamfeindlichen Lager suchen immer wieder nach Möglichkeiten, unsere Gesellschaft zu spalten. Abwertung, Ausgrenzung und teilweise Gewalt sind die Mittel der Wahl. Das Ziel ist dabei häufig die liberaldemokratische Verfasstheit unseres Staates grundlegend zu ändern, um Grundrechte und Rechtsstaatlichkeit nur einem ausgewählten Teil der Bevölkerung zugänglich zu machen. Was gilt es angesichts dieser Bewegungen und Ideologien zu tun, um die Menschen zu stärken, die sich für ein demokratisches Miteinander in einer vielfältigen Gesellschaft einsetzen.

Termin: Mittwoch, 2. Oktober

Pressemitteilung des Sächsischen Staatsministeriums für Gleichstellung und Integration

Das Wort Integration ist immer noch in aller Munde, scheinbar selbstverständlich und doch oft missverständlich. Was verstehen und meinen wir mit Integration? Was folgt aus der jeweiligen Definition für die Ausgestaltung von Integrationspolitik? Seit nunmehr drei Jahren bewegt sich das Zentrum für Integrationsstudien (ZfI) der TU Dresden in diesem gesellschaftlichen Spannungsfeld. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des ZfI erforschen Prozesse der Integration in Schule, Ausbildung und Kultur und entwickeln Konzepte der gesellschaftlich-akademischen Zusammenarbeit für Praxis und Forschung. Als eine der wenigen Forschungseinrichtungen zur Integrationsforschung befindet sich das ZfI in Ostdeutschland und befasst sich daher auch mit den hiesigen Transformationsprozessen seit der Wiedervereinigung.

Anlässlich des 3jährigen Bestehens lädt das ZfI zu der Veranstaltung »Drei Positionen zur Integration: Inklusion, Desintegration, Zusammenhalt?« ein. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion spricht die Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping, mit den Autoren Max Czollek (»Desintegriert Euch!«) und Aladin El-Mafaalani (»Das Integrationsparadox. Warum gelungene Integration zu mehr Konflikten führt«) über das verschiedene Verständnis von »Integration«.

Pressemitteilung des SMGI - Sächsisches Staatsministerin für Gleichstellung und Integration

Gleichstellungsministerin Petra Köpping: „Vorbildfunktion von Unternehmensgründerinnen weiter stärken“


(Dresden, 06. September) Die Bewerbungsphase für den „Sächsischen Gründerinnenpreis 2020“ ist noch bis zum 30. September geöffnet. Bis dahin können sich sächsische Gründerinnen und Unternehmerinnen, die sich zwischen dem 1. Januar 2012 und dem 31. Mai 2019 selbstständig gemacht oder ein Unternehmen übernommen haben, bewerben. Zwei Preise werden Anfang 2020 im Rahmen einer Festveranstaltung verliehen. Der erste Platz ist mit 5.000 Euro Preisgeld, der zweite Platz mit 2.000 Euro dotiert.

Staatsministerin Köpping zum diesjährigen Start der Bewerbungsphase: „Sachsen ist Vorreiter bei der Beschäftigung von Frauen. Mit 62 Prozent sind in Sachsen so viele Frauen erwerbstätig wie in keinem anderen Bundesland. Es erfüllt mich mit Stolz und Freude, dass ich in den vergangenen Jahren so viele beeindruckende Unternehmerinnenpersönlichkeiten kennenlernen durfte. Viele der Wirtschaftsfrauen haben den Wunsch nach stärkerer Vernetzung geäußert. Diesem Wunsch bin ich mit einem eigenen Veranstaltungsformat, dem ‚Ladies Lunch‘ sehr gern nachgekommen. Die kontinuierlich wachsende Teilnehmerinnenzahl an diesem Format und auch die wachsende Beteiligung am Sächsischen Gründerinnenpreis zeigt, dass unser Ansatz, Unternehmensnachfolgerinnen und Existenzgründerinnen stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken, Früchte trägt. Die Frauen, die bereits jetzt unternehmerisch tätig sind haben eine große Vorbildfunktion und darin wollen wir sie weiter stärken.“


Über den Preis:

Mit dem Sächsischen Gründerinnenpreis ist der Freistaat Sachsen deutschlandweit Vorreiter. Er ist der einzige staatliche Gründerwettbewerb, der explizit Frauen für unternehmerisches Engagement ehrt. Den ersten Sächsischen Gründerinnenpreis hat Sachsens Staatsregierung im Jahr 2001 verliehen. Die Preisträgerinnen 2019 sind Dr.-Ing. Karin Weigelt, Mitgründerin von Prismade Labs in Chemnitz und Patrizia Thomas, Unternehmensnachfolgerin der Fleischerei Simon in Brandis.

Nähere Informationen und Bewerbungsunterlagen unter: http://www.saechsischer-gruenderinnenpreis.de 

Pressemitteilung des Sächsischen Staatsministeriums für Gleichstellung und Integration

 

Am Donnerstag, den 12. September, findet der 3. Fachtag der Reihe „Leben und Lieben in Deutschland“ statt. Das Thema des Fachtags lautet: „Religionsfreiheit vs. Grundrechte“. Als Hauptreferentin konnte die Rechtsanwältin Seyran Ates gewonnen werden, die sich seit ihrer Jugend für Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern einsetzt und als erste Frau eine Moschee gegründet hat, in der Frauen und Männer aller Religionen, Coleur, sexueller Orientierung zusammenkommen können. In einer sich anschließenden Podiumsdiskussion sprechen die Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping, der Jurist und Referent der Giordano-Bruno-Stiftung, Maximilien Steinhaus sowie die Integrationsbeauftragte der Stadt Chemnitz, Etelka Kobuß.

Der Fachtag richtet sich an Pädagog*innen und Sozialpädagog*innen, an Mitarbeiter*innen in Kinder-und Jugendeinrichtungen, von Vereinen und Organisationen, aber auch an die interessierte Öffentlichkeit. Organisiert wird der Fachtag von der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Chemnitz und den Chemnitzer Fraueninitiativen.

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