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Gemeinsamer Aufruf der Landtagsabgeordneten von CDU, SPD, Linke und Grüne im Landkreis Leipzig anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar

Am 27. Januar 1945 wurde das NS-Vernichtungslager in Auschwitz-Birkenau durch Soldaten der Roten Armee befreit. Auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog wurde 1996 ein bundesweiter Gedenktag gesetzlich verankert. Dieser Tag erinnert uns an die Opfer des Nationalsozialismus und an das Schicksal von Millionen Menschen.

Herzog führte in seiner Proklamation dazu wie folgt aus:

„Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken.“

 

Im Landkreis Leipzig finden am 27. Januar 2019 wieder vielerorts Gedenkveranstaltungen und Kranzniederlegungen statt. So zum Beispiel:

- in Borna, 16:00 Uhr, Gedenkstätte Lobstädter Straße

- in Markkleeberg, 15:00 Uhr an den Gedenksteinen des ehemaligen Frauenaußenlagers des KZ-Buchenwald im Equipagenweg

- in Markranstädt, 09:30 Uhr am VdN-Denkmal auf dem Friedhof Markranstädt, Lützner Straße 64

- in Frohburg, 14:00 Uhr auf dem Häftlingsfriedhof des ehemaligen KZ-Außenlagers Flößberg

Bereits am 26. Januar, 17:00 Uhr, findet ein Konzert zur CD „Klingende Toleranz“ des Leipziger Synagogalchors und des Kammerchors Josquin des Préz in der Stadtkirche Borna, Rossmarktsche Straße, 04552 Borna, statt.

 

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

niemals darf vergessen werden, welches Leid die Nationalsozialisten über die Menschheit brachten. Unser gemeinsames Gedenken und Innehalten an diesem Tag ist deshalb besonders wichtig. Bitte unterstützen sie die entsprechenden Gedenkveranstaltungen. Zeigen Sie damit, dass im gesamten Landkreis Leipzig Mitmenschlichkeit, Nächstenliebe, Respekt, Toleranz und Weltoffenheit gelebt wird und dass menschenverachtende Parolen, Hass und Gewalt bei uns keinen Platz haben.

Ihre Landtagsabgeordneten

Georg-Ludwig von Breitenbuch (CDU), Hannelore Dietzschold (CDU), Oliver Fritzsche (CDU), Svend-Gunnar Kirmes (CDU), Petra Köpping (SPD), Kerstin Köditz (Die Linke), Enrico Stange (Die Linke), Dr. Gerd Lippold (Bündnis 90/Die Grünen).

Am Donnerstag, den 17. Januar 2019 kam Petra Köpping, Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration sowie Mitglied des Sächsischen Landtages mit jungen Reporter/innen der Schülerzeitung „Querdenker“ der Rudolf-Hildebrand-Schule in Markkleeberg ins Gespräch über ihre Aufgabenbereiche Integration, Gleichstellung und Demokratieförderung sowie zu weiteren politischen Themen.

Auf die Frage, was Integration für Sie bedeute, antwortete Köpping: „Integration heißt für mich Teilhabe am gesellschaftlichen Leben - bspw. in der Bildung, in der Arbeitswelt oder in der Kultur.  Die Frage, die wir uns heute stellen müssen ist, welche Haltung wir im Umgang miteinander und gerade auch mit zu uns geflüchteten Menschen einnehmen. Denn wir dürfen nicht vergessen, dass es sich in erster Linie immer um Menschen handelt.“ Dass das Thema Integration längst nicht mehr nur auf Flüchtlinge begrenzt ist, verdeutlichte Köpping am Beispiel der verbreiteten Unzufriedenheit - insbesondere vieler Ostdeutscher im Zusammenhang der knapp drei Jahrzehnte seit der deutschen Wiedervereinigung. „Die Menschen wollen am wirtschaftlichen Aufschwung teilhaben. Deshalb muss es eine tatsächliche Ost-West-Angleichung geben. Nach fast 30 Jahren deutsche Einheit sind die Unterschiede - insbesondere bei den Löhnen und Renten - einfach nicht mehr vermittelbar. Somit gibt es gerade im Osten eine große Unzufriedenheit, denn 1989/1990 änderte sich für die Menschen hier fast alles, während für die Menschen im Westen fast alles gleich blieb. Zudem droht vielfach Altersarmut, es werden Lebensleistungen nicht anerkannt und die Auswirkungen des Turbokapitalismus der letzten Jahrzehnte ist für viele sicht- und spürbar.“ Dennoch verfolge sie mit ihrer Arbeit und ihrem Buch „Integriert doch erst mal uns!“, welches sie als Privatperson geschrieben hat, einen ganzheitlichen Ansatz.

„Mein Buch soll nicht nur Rückblick, sondern ein Ausblick dessen sein, was man machen kann und sollte, um dieser Unzufriedenheit zu begegnen. Wer sein Leben lang gearbeitet hat, muss auch im Alter davon leben können. Das gilt im Übrigen für ganz Deutschland. Deshalb ist mein Ansatz, dass die Lebensleistungen aller Menschen in Deutschland anerkannt werden. Mittlerweile gibt es in den verschiedenen Regionen Deutschlands durchaus ähnlich gelagerte Problemfelder. Aus diesem Grund bin ich bundesweit zu Veranstaltungen unterwegs, um zum einen für ein gegenseitiges Verständnis zu werben, zum anderen für das Finden gemeinsamer Lösungswege, denn unsere Herausforderung machen nicht vor Ländergrenzen halt.“

Hier meint Köpping neben der Aufarbeitung der Nachwendezeit und das Beseitigen nach wie vor bestehender Ungerechtigkeiten vor allen Dingen die großen Zukunftsfragen wie die Digitalisierung, den Klimawandel und die demografische Entwicklung, v.a. in den ländlichen Räumen. „Zu diesen Fragen muss die Politik entsprechende Antworten und Lösungen finden - und dabei die Menschen vor Ort mitnehmen. Ich erlebe vielerorts eine große Bereitschaft, diese Fragen öffentlich zu diskutieren. Wenn die Menschen wieder mehr in politische Prozesse einbezogen und ihnen politische Entscheidungen besser erklärt werden, dann wächst das Vertrauen in Demokratie und Politik wieder.“

Klar sei für sie aber auch, dass Demokratie keine Art „Pizza-Lieferdienst“ ist - wie es der stellvertretende Ministerpräsident und zugleich SPD-Landesvorsitzende Martin Dulig gesagt hat - sondern sie lebt vom Mitmachen. Deshalb appellierte sie zum Schluss an die Schülerinnen und Schüler: „Führt weiter Gesprächsrunde und Diskussionen wie diese, aber diskutiert v.a. auch miteinander in der Schule, im Freundeskreis und im privaten. Tauscht gegensätzliche Meinungen aus, denn das ist ganz wichtig, um Dinge voranzubringen oder zu lösen. Und bringt euch gern auch gesellschaftlich ein. Davon lebt unsere Demokratie!“

Die Arbeitsgemeinschaft der Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheits­wesen (ASG) unter der Vorsitzenden Simone Lang ehren wieder die besten Pflegekräfte in Sachsen mit einem Preis. Eine Jury wählt drei Preisträger*innen aus, die dann stellvertretend für viele andere, die hauptamtlich in Pflegeberufen arbeiten, auf einem Empfang am 29. März 2019 in Dresden geehrt werden.

Dazu meint Petra Köpping, Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration sowie Mitglied des Sächsischen Landtags: „Tagtäglich leisten Pflegekräfte eine schwere und anspruchsvolle, dabei dringend notwendige Arbeit, die unser aller Respekt verdient. Der Preis ist sicherlich nur eine kleine Honorierung, trägt aber zugleich dazu bei, dass unsere Forderung nach mehr Anerkennung des Pflegeberufs stärker in die Öffentlichkeit gelangt. Ich würde mich deshalb sehr freuen, wenn auch aus dem Landkreis Leipzig zahlreiche Vorschläge für diesen Preis eingingen.“

Hintergrund:

Vorschlagsberechtigt sind alle, die „Danke“ sagen möchten, ob an Einzelpersonen oder an ein gesamtes Pflegeteam. Einsendeschluss ist der 8. März 2019. Weitere Informationen über die Ausschreibung, den Preis sowie das Antragsformular: www.spd-sachsen.de/bestepflege. Vorschläge nehmen auch die Mitarbeiter*innen in den Bürgerbüros per E-Mail (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) oder telefonisch entgegen: für Markkleeberg Sebastian Bothe unter 0341-59402999, für Grimma Beate Bahnert unter 03437-9783540.

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Markkleeberg, den 11. Januar 2019

Pressemitteilung

Thema: Pflege

Die Friedrich-Ebert-Stiftung veranstaltet am Montag, den 3. Dezember 2018, um 18 Uhr im Kleinen Lindensaal im Markkleeberger Rathaus eine öffentliche Buchvorstellung und Diskussionsrunde zum im Christoph Links Verlag erschienenen Buch „Integriert doch erst mal uns! Eine Streitschrift für den Osten.“ Dazu möchte Petra Köpping, die dieses Buch als Privatperson geschrieben hat, gern mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen. Die Gesprächsführung übernimmt Robert Burdy, Journalist und Nachrichtensprecher bei „MDR Aktuell“.

Zudem besteht die Möglichkeit, das Buch vor Ort über Dagmar Köpf von der gleichnamigen Buchhandlung Köpf käuflich zu erwerben und signieren zu lassen.

Weitere Informationen zum Buch finden sich unter: https://www.christoph-links-verlag.de/index.cfm?view=3&titel_nr=9009

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Markkleeberg, den 23. November 2018
Pressemitteilung
Veranstaltungsankündigung

Gemeinsamer Aufruf zum "Stolpersteine-Putzen" der Staatsministerin für Gleichstellung und Integration sowie Mitglied des Sächsischen Landtages und den Sächsischen Landtagsabgeordneten Georg- Ludwig von Breitenbuch, Enrico Stange, Gerd Lippold.

Der 9. November, vor 80 Jahren, ist der Tag, an dem organisierte Schlägertrupps jüdische Geschäfte und Gotteshäuser in Brand setzten. Es ist der Tag, an dem tausende Juden misshandelt, verhaftet oder getötet wurden. Dies war der Auftakt der industriellen Ermordung von sechs Millionen europäischer Juden durch die Nationalsozialisten. Diese Nacht war der Beginn des größten Völkermordes in Europa. Deswegen sind an diesem Tag alle Bürgerinnen und Bürger des Landkreises aufgerufen, einen Lappen und Putzmittel in die Hand zu nehmen und die Stolpersteine wieder zum Glänzen zu bringen und somit das mahnende Gedenken in Erinnerung zu halten.

Petra Köpping:
"Gerade in der heutigen Zeit, die durch gesellschaftliche Spannungen und aufkommenden Rechtspopulismus und Rechtsextremismus geprägt ist, finde ich es äußerst wichtig, mahnend an dieses dunkle Kapitel unserer Geschichte zu erinnern, damit sich die schrecklichen Taten des 9. November 1938 und der NS-Zeit niemals wiederholen. Das sind wir den damaligen Opfern ebenso schuldig wie unseren Kindern und Enkelkindern. Deshalb werbe ich um mehr Empathie, Respekt und v.a. Mitmenschlichkeit in unserer Gesellschaft."

G.- L. von Breitenbuch:
„Vielfalt aushalten, Toleranz zu üben und andere Menschen einzubinden, kostet Kraft und immer wieder Anstrengungen von uns allen. Wir müssen das schaffen, genau diese Kraft aufzubringen, dazu mahnt uns immer wieder der 9. November 1938.“

Enrico Stange:
„Vor dem Hintergrund einer wachsenden Gewaltbereitschaft der Rechtsextremisten und etlichen Überfällen auf Andersdenkende, auch in unserem Landkreis – rufen wir die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, ein friedliches Zeichen des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus zu setzen. Nur in einem gemeinsamen Handeln von gesellschaftlichen Initiativen, den Kirchen und den demokratischen Parteien können wir der traurigen Entwicklung ein wirksames Mittel entgegen setzen.“

Gerd Lippold:
,,Der heutige Tag ist zunächst ein Tag des Gedenkens und des Erinnerns. Es ist der Tag, als 1938 Hetze und Ausgrenzung in offene Gewalt und Verfolgung umschlugen. Große Teile der Gesellschaft schwiegen, schauten weg oder beteiligten sich sogar. Deshalb ist dieser Tag nicht nur ein Tag des Gedenkens, es ist auch ein Tag, an dem es darum geht, gegen Hass und Hetze zu stehen. Unsere Demokratie ist heute stärker als 1933. Es gilt nun, die ganze Kraft der Demokratie zu aktivieren, wenn heute wieder Hass zur Hetze wird und in offene Gewalt umzuschlagen droht. Wegschauen ist keine Option. Haltung ist gefragt. Es geht um sehr, sehr viel in dieser Zeit. Dazu mahnt uns gerade heute die Vergangenheit.‘‘

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