Login

An der Uni Leipzig hatte ich gerade mein erstes Studien-Semester der Kulturwissenschaften sowie der Ost- und Südosteuropäischen Geschichte abgeschlossen, da entschloss ich mich an die „graue Theorie“ das eher aktive und praxisnähere Pflichtpraktikum im Rahmen dieses Bachelorstudienganges anzuschließen. Als politisch-interessierter junger Mensch lag es nahe, mich um die Arbeit in einem Abgeordnetenbüro zu bemühen. Gerade als Bornaer war Markkleeberg für mich nicht nur wegen der S-Bahn-Verbindung attraktiv, sondern auch weil Petra Köpping als ehemalige Landrätin des Leipziger Landes in ihrer früheren Wirkungsstätte äußerst beliebt und angesehen ist.

Im Februar und März war es dann soweit. Gemeinsam mit Sebastian Bothe, Leiter des Bürgerbüros von Petra Köpping in Markkleeberg und somit mein Praktikumsbetreuer, erhielt ich Einblick in den abwechslungs- und terminreichen Alltag einer Abgeordneten. So durfte ich sie bspw. in den Dresdner Landtag, zu verschieden Gesprächsterminen wie z.B. mit der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft sowie zu mehreren Veranstaltungen begleiten. Bei allen Terminen - besonders den Bürgersprechstunden -  war ich schwer beeindruckt von der Art, wie „meine Chefin“ Petra Köpping ihrem Gegenüber aufrichtig zuhört, ihm oder ihr verständlich und nahbar Politik erklärt und aus ihrem großen Erfahrungsschatz als ehemalige Bürgermeisterin und Landrätin schöpft.

Neben typischen Praktikanten-Tätigkeiten wie Blumengießen, der Gestaltung des Büro-Schaufensters und -kastens sowie der Pflege von Kontaktdatenbanken wurden mir trotz meines jungen Alters sehr verantwortungsbewusste Aufgaben übertragen. So durfte ich inhaltliche Sprechzettel für Petra Köpping recherchieren und ausarbeiten, Artikel für Newsletter, die Abgeordnetenwebpage und die Social Media-Kanäle verfassen sowie eine Präsentation für eine kommende Veranstaltung erstellen. Während dieser spannenden und thematisch vielseitigen Zeit lernte ich, welche enorme Arbeit hinter der Außenwirkung einer (Landtags-)Abgeordneten steht und mit welcher Brandbreite an Themen und Bürgeranliegen eine verantwortungsbewusste und bürgernahe Politikerin - wie sie Petra Köpping ist - konfrontiert wird.

Besonders den Geisteswissenschaftlern wird oftmals eine für das Gemeinwohl verwertbare Arbeit sowie realistische Aussichten auf Arbeitsplätze abgesprochen. Gerade nach diesem konkreten Einblick in die Arbeit in einem Abgeordnetenbüro bin ich weniger pessimistisch, was meine zukünftigen Chancen auf dem Berufsmarkt und den Bedarf meines erlernten Wissens betreffen. Für mich persönlich war es ein großer Vorteil im Rahmen des Praktikums in viele verschiedene - des Abgeordnetenbüroleiters verwandte - Betätigungsfelder, wie PR-Arbeit, Journalismus, politischer Bildung, Verwaltung, Politik als Beruf und die Arbeit von Beratungsstellen einen Einblick gewinnen zu können.

Carlo Hohnstedter

Zum Seitenanfang