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(Dresden, den 22. Oktober) Die neue Stipendiatin des »Marwa El-Sherbini-Stipendiums für Weltoffenheit und Toleranz« für die Jahre 2019 bis 2021 steht fest. Das aus Vertretern des Freistaates Sachsen, der Landeshauptstadt Dresden, DRESDEN-concept und der Zivilgesellschaft bestehende Kuratorium des »Marwa El-Sherbini-Stipendiums« hat be-schlossen, Frau Maya Singh, ab dem 1. Oktober 2019 das Stipendium zu gewähren.

Die Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping: »Maya Singh füllt ihren Anspruch, einen stetigen Beitrag für eine diskriminierungsarme und reflektierte Gesellschaft zu leisten, auf hervorragende Weise mit Leben. Sie engagiert sich vorbildhaft für ein Miteinander, welches geprägt ist von Respekt und Akzeptanz im Hinblick auf Herkunft, Glaube, Sexualität und Geschlecht. Ich freue mich sehr, dass wir mit Maya Singh eine so großartige Botschafterin für das Marwa El-Sherbini-Stipendium gefunden haben. Der Vorgängerin, Youmna Fouad, danke ich sehr für ihre gute Arbeit und wünsche ihr für ihre Zukunft alles erdenklich Gute.«

Oberbürgermeister Dirk Hilbert: »Ich freue mich, dass wir mit der neuen Vergabe des Marwa El-Sherbini-Stipendiums den Staffelstab für Weltoffenheit und Toleranz würdig weitergeben können. Mit Maya Singh wurde eine junge Frau ausgewählt, die ihre beispielhaften persönlichen Erfahrungen heute einsetzt, um anderen zu helfen. Wir dürfen gespannt sein auf das vielfältige Engagement und die Aktivitäten der frisch gebackenen Brückenbauerin zwischen den Kulturen.«

Prof. Eckhard Beyer, Geschäftsführer von DRESDEN-concept unterstreicht »Es ist heute genauso wichtig wie vor zehn Jahren, die Werte Toleranz, Weltoffenheit und Respekt in der Stadtgesellschaft zu verbreiten. Die Partner im DRESDEN-concept stehen hinter diesen und sind froh mit Maya Singh eine zusätzliche Botschafterin in die Stadt zu haben.«

Maya Singh lebt seit 2013 in Dresden. Sie ist in Nordrhein-Westfalen geboren und studiert an der Evangelischen Hochschule Dresden (EHS) im Masterstudiengang Soziale Arbeit. Nach Erreichen der Hochschulreife nahm sie zunächst das Studium für Soziale Arbeit in Dortmund auf und wechselte mit dem vierten Fachsemester nach Dresden. Au-grund von eigenen Erfahrungen mit Ausgrenzungen bereits in jungen Jahren sowie bei ihrer temporären Tätigkeit als Sozialarbeiterin ist es ihr sehr wichtig, Vorurteile und rassistische Äußerungen zu thematisieren und von Diskriminierung Betroffene zu stärken. Maya Singh engagiert sich neben ihrem Studium in den Studentenvertretungen der Hochschule, organisiert Veranstaltungen zu Themen wie Rassismus und Feminismus und unterstützt als Tutorin ausländische Studierende. Weiterhin arbeitete sie als studentische Aushilfe im Büro für Gleichstellung der Hochschule, wo sie an der Erstellung des Diversitätskonzepts der EHS mitwirkte. Weiterhin war sie ehrenamtlich beispielsweise im »Kinderhaus Rabe« der Diakonie Dresden oder im Verein »Internationale Gärten Dresden e. V.« aktiv.

Der Freistaat Sachsen, DRESDEN-concept und die Landeshauptstadt Dresden vergeben das Stipendium gemeinsam zum Gedenken an Marwa El-Sherbini. Ziel des Förderpro-grammes ist die Unterstützung zukünftiger Führungs- und Fachkräfte, die gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und sich aktiv für Freiheit, Demokratie sowie die Grund- und Menschenrechte einsetzen. Gefördert werden Studierende Dresdner Hochschulen in Aufbau- oder Ergänzungsstudien im Rahmen einer zweiten wissenschaftlichen Ausbildung. Voraussetzungen sind insbesondere interkulturelle Kompetenz, hohes gesellschaftliches Engagement, politisches Interesse und Kreativität. Das Stipendium wird in der Regel alle zwei Jahre zum Semesterstart am 1. Oktober ausgereicht und ist mit monatlich 750 Euro dotiert.

Das Stipendium wird zum vierten Mal ausgelobt. Frau Maya Singh folgt auf die Ägypterin Youmna Fouad (Stipendiatin von 2017-2019), Nurul Fatimah Khasbullah aus Indonesien (Stipendiatin von 2015-2017) sowie die Jordanierin Hiba Omari (Stipendiatin 2012-2014).

Hintergrund:

In diesem Jahr jährt sich die Ermordung der ägyptischen Pharmazeutin Marwa El-Sherbini zum zehnten Mal. Im Jahr 2005 kam Frau El-Sherbini mit ihrem Mann, dem Genforscher Elwi Ali Okaz, nach Deutschland. 2006 wurde der gemeinsame Sohn geboren. 2008 wurde Herr Okaz Doktorand des Max-Planck-Instituts für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden. Im August 2008 wurde Marwa El-Sherbini von ihrem späteren Mörder auf einem Dresdner Spielplatz als »Islamistin« und »Terroristin« beschimpft. Nach Anzeige bei der Polizei wurde gegen den Beschuldigten Anklage erhoben. In der Berufungsverhandlung am 1. Juli 2009 am Landgericht Dresden tötete der Angeklagte die im dritten Monat schwangere Marwa El-Sherbini, als diese nach ihrer Zeugenaussage den Gerichtssaal verlassen wollte mit 16 Messerstichen und verletzte ihren Mann lebensgefährlich. Der dreijährige Sohn wurde Zeuge, wie seine Mutter verblutete. Die Staatsanwaltschaft sprach von einem Einzeltäter, der aus einer »extrem ausländerfeindlichen Motivation« handelte. Der Täter wurde am 11. November 2009 durch das Landgericht Dresden wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt, die besondere Schwere der Schuld wurde festgestellt.

Eine Pressemitteiling des Sächsischen Staatsministeriums für Gleichstellung und Integration

 

Das Dresdenfernsehen hat dazu einen Beitrag gedreht, der unter folgenden Link eingesehen werden kann:

https://www.sachsen-fernsehen.de/mediathek/video/marwa-el-sherbini-stipendium-vergeben/

 

Staatsministerin Petra Köpping: »Angebote zum Abbau von Antisemitismus erweitern«


(Dresden, den 11. Oktober) In Sachsen nimmt die Zahl antisemitischer Straftaten kontinuierlich zu. Im vergangenen Jahr wurde 136 Straftaten registriert, das waren 33 Taten mehr als 2017 und rund 50 mehr als noch in 2016. Auch die Ergebnisse des Sachsen-Monitors 2018 zeigen, dass antisemitische Vorurteile und Ressentiments in der Mitte der Gesellschaft zu finden sind. 21 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, das Juden versuchen heute Vorteile daraus zu ziehen, dass sie während der Nazi-Zeit die Opfer gewesen waren.

Um gegen die offensichtlich vorhandenen Leerstellen im Bereich gesamtgesellschaftlicher Sensibilisierung-, Qualifizierungs-und Bildungsmaßnahmen vorzugehen, veröffentlichte der Geschäftsbereich der Sächsischen Staatsministerin für Gleichstellung und Integration bereits Mitte April 2019 eine Förderbekanntmachung zur Unterstützung von Projekten zum Abbau von Antisemitismus mit Mitteln aus dem Bundesprogramm »Demokratie leben!«. Für die Projekte standen 150.000 Euro zur Verfügung und bereits nach 3 Monaten waren 75 Prozent der Mittel in Maßnahmen gebunden, aktuell ist die Förderrichtlinie sogar überzeichnet. Vor dem Hintergrund des antisemitischen Terrors in Halle bemüht sich Staatsministerin Petra Köpping um eine Aufstockung der Mittel.

Staatsministerin Petra Köpping: »Wir beobachten mit unserem Demokratie-Zentrum Sachsen mit großer Aufmerksamkeit die aktuellen Entwicklungen im Bereich Antisemitismus und stellen mit Sorge eine Zunahme von Feindschaften gegen Jüdinnen und Juden fest. Deshalb ist es mir ein besonderes Anliegen, spezifische Unterstützungs-und Beratungsleistungen für Betroffene weiter zu entwickeln und zu verstetigen sowie präventive Angebote zum Abbau von Antisemitismus zu ermöglichen. Wir werden uns weiter dafür einsetzen, die demokratischen Strukturen und das Engagement für Demokratie im Freistaat zu stärken. Ich erwarte auch von der möglichen künftigen Regierungskoalition in Sachsen, dass sie dieses Thema ganz oben auf ihre Agenda setzt. Denn für mich ist dies ein entscheidendes Zukunftsthema, bei dem wir alle mitnehmen müssen, die Bürgerinnen und Bürger, aber auch die Politikerinnen und Politiker auf Kommunal-und Landkreisebene. Wir brauchen verstetigte, zuverlässige Maßnahmen, um den Schutz von Jüdinnen und Juden in Sachsen sicherzustellen und auch diejenigen zu schützen, die sich für die Demokratie in unserem Freistaat einsetzen. Die schrecklichen Ereignisse in Halle, die mich unendlich traurig machen, mahnen uns, wachsam zu sein und unsere Bemühungen zur Stärkung der Demokratie zu intensivieren. Mein ganzes Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Angehörigen.«

Zu den aktuell geförderten Maßnahmen gehören u.a. mehrere Projekte der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Annaberg-Buchholz sowie ein Netzwerktreffen gegen Antisemitismus in Sachsen, welches im Rahmen der Bildungs-und Aktionswochen gegen Antisemitismus unter der Schirmherrschaft des Beauftragten der Sächsischen Staatsregierung für das Jüdische Leben und gegen Antisemitismus, Herrn Dr. Thomas Feist stattfindet und von der Amadeu Antonio Stiftung in Kooperation mit dem Anne Frank Zentrum durchgeführt wird. Die Ergebnisse des Netzwerktreffens sollen die Grundlage für ein »Lagebild Antisemitismus Sachsen« bilden. Das Demokratie-Zentrum Sachsen wird sich auf der Veranstaltung mit seinen umfangreichen Angeboten vorstellen.


Hintergrund:
Das Demokratie-Zentrum Sachsen ist Teil des Bundesprogramms »Demokratie leben!« des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das ein vielfältiges, gewaltfreies und demokratisches Miteinander fördert. Das Demokratie-Zentrum vereint staatliche und nicht-staatliche Akteure, die sich für die Stärkung der Demokratie und gegen extremistische und menschenfeindliche Bewegungen im Freistaat Sachsen engagieren, unter einem Dach.

 

Pressemitteilung des Sächsischen Staatsministerin für Gleichstellung und Integration vom 11.10.2019.

Seit mittlerweile über zwei Jahre unterstützt die Koordinierungs- und Beratungsstelle Radikalisierungsprävention (KORA) als Teil der Demokratie-Zentrums Sachsen im Geschäftsbereich der Sächsischen Staatsministerin für Gleichstellung und Integration den Kampf gegen islamistische Radikalisierung sowie Islam- und Muslimfeindlichkeit. Das Tagungsformat KORA-Forum geht in diesem Jahr bereits in die dritte Runde und dient als Plattform für fachlichen Austausch und bietet Gelegenheit zum Netzwerken. Der Fokus des dritten KORA-Forums liegt auf den Gefahren der Wechselwirkung von islamistischem Extremismus und muslimfeindlicher Ideologie.

Die Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping wird an der Podiumsdiskussion »Polarisierung überwinden. Nur wie?« mit Maik Fielitz, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg, Monika Klose, Islamische Religionspädagogin, Soziale Dienste Jugendhilfe gGmbH sowie Franziska Schreiber, ehemalige Politikerin und Moderatorin teilnehmen und mit den Anwesenden Gästen diskutieren. Es haben sich über 100 Interessierte angemeldet.

Akteure aus dem islamistischen und islamfeindlichen Lager suchen immer wieder nach Möglichkeiten, unsere Gesellschaft zu spalten. Abwertung, Ausgrenzung und teilweise Gewalt sind die Mittel der Wahl. Das Ziel ist dabei häufig die liberaldemokratische Verfasstheit unseres Staates grundlegend zu ändern, um Grundrechte und Rechtsstaatlichkeit nur einem ausgewählten Teil der Bevölkerung zugänglich zu machen. Was gilt es angesichts dieser Bewegungen und Ideologien zu tun, um die Menschen zu stärken, die sich für ein demokratisches Miteinander in einer vielfältigen Gesellschaft einsetzen.

Termin: Mittwoch, 2. Oktober

Pressemitteilung des Sächsischen Staatsministeriums für Gleichstellung und Integration

Das Wort Integration ist immer noch in aller Munde, scheinbar selbstverständlich und doch oft missverständlich. Was verstehen und meinen wir mit Integration? Was folgt aus der jeweiligen Definition für die Ausgestaltung von Integrationspolitik? Seit nunmehr drei Jahren bewegt sich das Zentrum für Integrationsstudien (ZfI) der TU Dresden in diesem gesellschaftlichen Spannungsfeld. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des ZfI erforschen Prozesse der Integration in Schule, Ausbildung und Kultur und entwickeln Konzepte der gesellschaftlich-akademischen Zusammenarbeit für Praxis und Forschung. Als eine der wenigen Forschungseinrichtungen zur Integrationsforschung befindet sich das ZfI in Ostdeutschland und befasst sich daher auch mit den hiesigen Transformationsprozessen seit der Wiedervereinigung.

Anlässlich des 3jährigen Bestehens lädt das ZfI zu der Veranstaltung »Drei Positionen zur Integration: Inklusion, Desintegration, Zusammenhalt?« ein. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion spricht die Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping, mit den Autoren Max Czollek (»Desintegriert Euch!«) und Aladin El-Mafaalani (»Das Integrationsparadox. Warum gelungene Integration zu mehr Konflikten führt«) über das verschiedene Verständnis von »Integration«.

Pressemitteilung des SMGI - Sächsisches Staatsministerin für Gleichstellung und Integration

Gleichstellungsministerin Petra Köpping: „Vorbildfunktion von Unternehmensgründerinnen weiter stärken“


(Dresden, 06. September) Die Bewerbungsphase für den „Sächsischen Gründerinnenpreis 2020“ ist noch bis zum 30. September geöffnet. Bis dahin können sich sächsische Gründerinnen und Unternehmerinnen, die sich zwischen dem 1. Januar 2012 und dem 31. Mai 2019 selbstständig gemacht oder ein Unternehmen übernommen haben, bewerben. Zwei Preise werden Anfang 2020 im Rahmen einer Festveranstaltung verliehen. Der erste Platz ist mit 5.000 Euro Preisgeld, der zweite Platz mit 2.000 Euro dotiert.

Staatsministerin Köpping zum diesjährigen Start der Bewerbungsphase: „Sachsen ist Vorreiter bei der Beschäftigung von Frauen. Mit 62 Prozent sind in Sachsen so viele Frauen erwerbstätig wie in keinem anderen Bundesland. Es erfüllt mich mit Stolz und Freude, dass ich in den vergangenen Jahren so viele beeindruckende Unternehmerinnenpersönlichkeiten kennenlernen durfte. Viele der Wirtschaftsfrauen haben den Wunsch nach stärkerer Vernetzung geäußert. Diesem Wunsch bin ich mit einem eigenen Veranstaltungsformat, dem ‚Ladies Lunch‘ sehr gern nachgekommen. Die kontinuierlich wachsende Teilnehmerinnenzahl an diesem Format und auch die wachsende Beteiligung am Sächsischen Gründerinnenpreis zeigt, dass unser Ansatz, Unternehmensnachfolgerinnen und Existenzgründerinnen stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken, Früchte trägt. Die Frauen, die bereits jetzt unternehmerisch tätig sind haben eine große Vorbildfunktion und darin wollen wir sie weiter stärken.“


Über den Preis:

Mit dem Sächsischen Gründerinnenpreis ist der Freistaat Sachsen deutschlandweit Vorreiter. Er ist der einzige staatliche Gründerwettbewerb, der explizit Frauen für unternehmerisches Engagement ehrt. Den ersten Sächsischen Gründerinnenpreis hat Sachsens Staatsregierung im Jahr 2001 verliehen. Die Preisträgerinnen 2019 sind Dr.-Ing. Karin Weigelt, Mitgründerin von Prismade Labs in Chemnitz und Patrizia Thomas, Unternehmensnachfolgerin der Fleischerei Simon in Brandis.

Nähere Informationen und Bewerbungsunterlagen unter: http://www.saechsischer-gruenderinnenpreis.de 

Pressemitteilung des Sächsischen Staatsministeriums für Gleichstellung und Integration

 

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