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Köpping: „Zur Selbstbestimmung der Frau ist umfassende Information notwendig“

Petra Köpping, Staatsministerin für Gleichstellung und Integration im Freistaat Sachsen:

„Aus meinen Gesprächen mit Fraueninitiativen und Beratungsstellen weiß ich, dass keine Frau leichtfertig abtreibt und dass dem ein oftmals schwieriger Entscheidungsprozess vorausgeht. Dazu ist eine umfassende Information notwendig. Sollte eine Frau diese schwere Entscheidung für sich treffen, respektiere ich das. Der Zugang zu sicheren Methoden der Abtreibung und das Recht auf eine selbstbestimmte Familienplanung sind wesentliche Errungenschaften unserer Gesellschaft, die dürfen nicht infrage gestellt werden. Insofern begrüße ich die auf Bundesebene angekündigte Gesetzinitiative zur Überarbeitung des 1933 eingeführten Paragrafen. Für Frauen und Ärzte ist diese Rechtssicherheit unbedingt notwendig.“

Nach der Verurteilung einer Gießener Ärztin zu 6.000 Euro wegen des „Werbens für Schwangerschaftsabbrüche“ ist die Debatte um Abtreibungen in Deutschland neu entbrannt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Medizinerin gegen den Paragrafen 219a des Strafgesetzbuches verstoßen hatte, wonach „die Verbreitung von Schriften zur Vornahme oder Förderung eines Schwangerschaftsabbruchs eines Vermögensvorteils wegen“ unter Strafe steht. Die Gießener Ärztin hatte auf ihrer Homepage ein pdf-Dokument hinterlegt, das den betroffenen Frauen die Vor- und Nachteile von medikamentöser bzw. chirurgischer Abtreibung erläutert.

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SMGI - Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration
05.12.2017
Gleichstellung | Soziales

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