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„Die Studie bestätigt meine Wahrnehmungen sehr deutlich, die ich in vielen Gesprächen erfahren habe. Und die auch ich persönlich oft genug wahrgenommen habe“ kommentiert Petra Köpping die vorgelegte Studie zur Wahrnehmung und Bewertung der Arbeit der Treuhandanstalt im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

So stellt die Studie fest, dass sich weitgehend unbeachtet von öffentlichen, politischen oder wissenschaftlichen Wahrnehmungen ein negativer „Gründungsmythos“ bei vielen Ostdeutschen verfestigt habe, „der von einer ‚Unterwerfung‘ der Ostdeutschen durch eine fremde, anonyme und jedweder Kontrolle enthobene Macht aus dem ‚Westen‘ stehe – mit allen „negativen Folgen für die politische Kultur beziehungsweise die generelle Identifikation zahlreicher Ostdeutscher mit der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ordnung der heutigen Bundesrepublik“.

Die Studie führt weiter aus, dass „wir die Nachwendezeit und gerade die Treuhand in den Blick nehmen müssen“ und zwar an „Schulen und Universitäten in Ost und West“, wie die Studie richtigerweise formuliert, um offen über „die verschiedenen Perspektiven auf diese umstrittene und krisenreiche Gründungsphase der ‚Berliner Republik‘ und deren langfristige Folgen vor allem für das Verhältnis von Ost- und Westdeutschen“ zu diskutieren.

Für Petra Köpping heißt das: „Es braucht eine wissenschaftliche Aufarbeitung der Geschichte und eine neue Erinnerungskultur über die Nachwendezeit.“

Die Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration fordert daher eine besonders sensible und möglichst vollständige Sicherung der Treuhand-Akten. Es darf hier keineswegs nur um die berechtigten Schutzinteressen der damals beteiligten, meist westdeutschen Unternehmen und Personen gehen. Es geht hier maßgeblich um die Interessen der ostdeutschen Bevölkerung an einer Aufarbeitung der Nachwendezeit. Dazu sollten ab 2020 ausreichende finanzielle Mittel für Forschungsprojekte zur Verfügung gestellt werden, um die Aufarbeitung der Treuhand-Akten 2020 zu beginnen. Zudem schlägt Petra Köpping die Einrichtung einer unabhängigen Kommission „Aufarbeitung der Nachwendezeit" vor.

::: Medien :::

Kurzfassung der Studie - http://www.medienservice.sachsen.de/medien/assets/download/114581
Langfassung der Studie - http://www.medienservice.sachsen.de/medien/assets/download/114602

Medienübersicht - http://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/214749/assets

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SMGI - Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration
27.11.2017
Gleichstellung | Demokratie | Integration

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