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Vom 19. bis 23. November nahm die Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration an einer Informationsreise der Friedrich-Ebert-Stiftung über die Situation von syrischen Flüchtlingen in Jordanien teil. Seit 2011 hat das Land etwa 1 Million Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen, bei einer Bevölkerungszahl von ca. 9 Millionen. Jordanien gilt der Zeit als das "Auge des Hurrikans“: inmitten einer zutiefst konfliktreichen Region zeigt des Land erstaunliche Stabilität und kann seinen ausgleichenden Kurs zwischen den Nachbarstaaten Israel, Syrien, Saudi-Arabien und Irak bewahren.

Auf dem Programm standen zahlreiche Gespräche unter anderem mit Parlamentarierinnen und Parlamentariern, mit Vertretern des UN-Flüchtlingshilfswerks und des Internationalen Roten Kreuzes, Journalisten, der deutschen Botschafterin sowie einer caritativen Hilfsorganisation und der von ihr betreuten Flüchtlingsfamilien.

Integrationsministerin Petra Köpping: „Besonders beeindruckt hat mich die große Hilfsbereitschaft der Jordanier für die geflüchteten Menschen. Die jordanische Regierung hat einen 7-Punkte-Plan zur Versorgung der Flüchtlinge aufgelegt. Dieser beinhaltet u.a. auch den Schulbesuch der Flüchtlingskinder, die Unterbringung der Familien überwiegend in Wohnungen sowie ein Programm, um 200.000 Syrern in Arbeit zu bringen. 80 Prozent der ins Land geflüchteten Menschen leben in Wohnungen und dass, obwohl sich Jordanien selbst in einer schwierigen wirtschafts-, finanz- und sicherheitspolitischen Lage befindet."

Ohne internationale Unterstützung wäre die geleistete humanitäre Hilfe vor Ort in diesem Umfang nicht möglich, denn 25 Prozent des Staatshaushaltes muss das Land aktuell für Unterbringungs- und Integrationsmaßnahmen ausgeben. Deutschland baut beispielsweise in einer gemeinsamen Initiative mit verschiedenen Stiftungen und Unternehmen etwa 30 neue Schulen in Jordanien mit auf. Durch die Vielzahl der geflüchteten Kinder sind die Schulen derart überlastet, dass im 2-Schicht-System unterrichtet wird.

„In Jordanien leben die verschiedenen religiöse Gruppen größtenteils friedlich und gleichberechtigt zusammen. Die parlamentarische Vertretung von Frauen und Christen wird über ein Quotensystem gefördert. Auch gibt es eine Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte, die Themen wie sexuelle Belästigung oder häusliche Gewalt bearbeitet“, erläutert Petra Köpping. Trotzdem bleiben Fragen wie die Bekämpfung von Korruption, journalistische Freiheit und der Umgang mit radikalisierten und extremistischen Gruppen wie bspw. der Muslimbruderschaft eine große Herausforderung für das Land und die jordanische Gesellschaft.

„Den Eindruck, den ich von meiner Reise mitgenommen habe ist der, dass die Jordanier sich große Sorgen um die instabile Lage im Nahen Osten machen, ihre eigene wirtschaftliche Schwäche vor Augen haben und trotzdem eine derart große humanitäre Aufgabe leisten. Das bleibt einfach bewunderungswürdig.“ ergänzt Petra Köpping.

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SMGI - Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration
25.11.2017
Integration

 

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