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Gleichstellungsministerin Köpping: „Keine Frau sollte aufgrund ihres Geschlechts Armut fürchten müssen!“

(Dresden, den 16. Juni 2017). Unter dem Motto “Frauenarmut in einem reichen Land?!” findet ab heute die dreitägige Konferenz der sechzehn Landesfrauenräte in Dresden statt. Die bundesweite Konferenz wird erstmals vom Landesfrauenrat Sachsen e.V. ausgerichtet, dem Dachverband aller sächsischen Frauenverbände, -vereine, -initiativen und -vereinigungen sowie Gleichstellungsinitiativen.

„Ich freue mich, frauen- und gleichstellungspolitisch aktive Frauen aus ganz Deutschland zu ihrem wichtigen Erfahrungsaustausch in Dresden begrüßen zu dürfen“, betont die Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping.

Höhepunkt der Konferenz ist eine Fachtagung am Samstag zum Thema Frauenarmut, die Petra Köpping mit einem Grußwort eröffnen wird. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag die Armutsgefährdungsquote bei Frauen in Deutschland 2015 bei 16,3 Prozent. Hinzu kommt, dass das Einkommen von Frauen häufig unter der Armutsschwelle liegt, da sie überwiegend in Teilzeit oder im Niedriglohnsektor arbeiten. In der Konsequenz sind besonders Frauen von Altersarmut bedroht. Die Tagung beschäftigt sich mit der Frage, wie Frauenarmut und die Lage der betroffenen Frauen in Deutschland nachhaltig verbessert werden kann.

Gleichstellungsministerin Petra Köpping: „Ein Gehaltsdefizit, den sogenannten Gender Pay Gap von Frauen gegenüber Männern von über 20 Prozent, lässt sich nicht schönreden. Eine politische Lösung ist längst überfällig. Deswegen arbeitet die Sächsische Staatsregierung derzeit mit Hochdruck an der Entwicklung eines modernen Gleichstellungsgesetzes, das den geschlechterbezogenen Nachteilen im Erwerbsleben entgegen wirkt.“

Auf der Konferenz wird außerdem über verschiedene Anträge der Landesfrauenräte abgestimmt, um etwa die Situation benachteiligter und gewaltbetroffener Frauen durch Regelungen auf Landes- und Bundesebene nachhaltig zu stärken. Unter anderem wird die Verbesserung der Situation Alleinerziehender, die Anerkennung von Frauen in Pflegeberufen, aber auch der Ausbau von Frauenschutzhäusern gefordert.

Umrahmt wird die Konferenz durch die Ausstellung der in der DDR geschiedenen Frauen “Frauen kämpfen um ihr Recht – In der DDR geschieden, durch den Einigungsvertrag diskriminiert!”. Zwanzig Frauen erzählen von ihrem persönlichen Schicksal und machen auf eindrucksvolle Weise auf die Ungerechtigkeit aufmerksam, die den in der DDR geschiedenen Frauen in Hinblick auf ihre Rentenansprüche bis heute widerfährt.

„Erst vor wenigen Tagen habe ich mich mit Frauen getroffen, die in der DDR geschieden worden sind und aufgrund dessen heute bei ihrer Rente benachteiligt werden. Ich habe schon erreicht, dass es im Herbst in Bremen eine Sonderkonferenz zu den Ungerechtigkeiten in der Nachwendezeit geben wird. Das ist nur ein kleiner Schritt – aber ein wichtiger. Denn endlich gibt es wieder die Möglichkeit, diejenigen zu Wort kommen zu lassen, die heute noch von Ungerechtigkeit betroffen sind. Umso mehr begrüße ich, dass der Landesfrauenrat bei seinem wichtigen Bundestreffen ebenfalls diesem Thema einen Raum gibt und somit gegen das Vergessen und die Bagatellisierung auftritt“, so Petra Köpping abschließend.

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SMGI - Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration
16.06.2017
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