Login

(Dresden, den 24. Mai) Das Kuratorium zur Vergabe des Marwa El-Sherbini-Stipendiums wurde heute unter dem Vorsitz der Sächsischen Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping, für zwei Jahre neu berufen.
Dem Kuratorium gehören an:

Petra Köpping, Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration (Vorsitzende)
Geert Mackenroth, Sächsischer Ausländerbeauftragter
Yujie Yao, Sächsischer Flüchtlingsrat
Prof. Eckhard Beyer, Dresden Concept
Dirk Hilbert, Oberbürgermeister der Stadt Dresden
Kristina Winkler, Ausländerbeauftragte der Stadt Dresden

Das Stipendium wird in der Zeit vom 1. Juli bis 31. August ausgeschrieben und Ende September neu vergeben. Das Stipendium wird in diesem Jahr zum vierten Mal ausgelobt. Der Freistaat Sachsen und die Landeshauptstadt vergeben es gemeinsam zum Gedenken an Marwa El-Sherbini. Es wird in der Regel alle zwei Jahre zum Semesterstart vergeben. Voraussetzungen, die der Stipendiat oder die Stipendiatin erfüllen müssen, sind hervorragende Leistungen in Schule und Studium, interkulturelle Kompetenz, hohes gesellschaftliches Engagement, politisches Interesse und Kreativität. Gefördert werden Studierende der Dresdner Hochschulen in Aufbau- oder Ergänzungsstudien im Rahmen einer zweiten wissenschaftlichen Ausbildung. Es ist mit monatlich 750 Euro dotiert.

Die jetzige Stipendiatin, Youmna Fouad, studierte an der Ain Sams Universität in Kairo Germanistik im Hauptfach und Anglistik und Arabistik im Nebenfach. Seit 2012 lebt sie in Dresden. Aktuell ist sie im Masterprogramm Sprach- und Kulturwissenschaften sowie Europäische Sprachen an der Technischen Universität Dresden. Youmna Fouad engagiert sich vielfältig ehrenamtlich in Dresden.

Hintergrund:
Marwa El-Sherbini wurde 1977 in Alexandria als Tochter des Chemiker-Ehepaares Ali El-Sherbini und Laila Shams geboren. Während ihrer Schulzeit am English Girls College in Alexandria engagierte sie sich als Schulsprecherin. Sie studierte Pharmazie und schloss 2000 ihr Studium erfolgreich ab. Neben ihrer Ausbildung war sie von 1992 bis 1999 als Spielerin der ägyptischen Handballnationalmannschaft der Frauen aktiv. Im Jahr 2005 kam Marwa El-Sherbini mit ihrem Mann, dem Genforscher Elwi Ali Okaz, nach Deutschland. 2006 wurde der gemeinsame Sohn geboren. 2008 wurde Okaz als Doktorand am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik angestellt, die Familie zog nach Dresden. Im August 2008 wurde Marwa El-Sherbini von dem Russlanddeutschen Alex Wiens auf einem Dresdner Spielplatz als „Islamistin“ und „Terroristin“ beschimpft. Die Polizei wurde eingeschaltet und gegen Wiens Anklage erhoben. In der Gerichtsverhandlung am 1. Juli 2009 tötete Alex Wiens Marwa El-Sherbini, als diese nach ihrer Zeugenaussage den Gerichtssaal verlassen wollte und verletzte ihren Mann lebensgefährlich. Die Staatsanwaltschaft sprach von einem Einzeltäter, der aus einer „extrem ausländerfeindlichen Motivation“ handelte. Alex Wiens wurde am 11. November 2009 durch das Landgericht Dresden wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

---
SMGI - Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration
24.05.2019
Hochschule | Demokratie | Integration

Zum Seitenanfang
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok